In einem goldenen Morgenlicht, als die ersten Sonnenstrahlen sanft über die Dächer von Lübow glitten, wagte sich ein junger Fuchs neugierig aus den Feldern hervor. Sein rotes Fell leuchtete warm im Sonnenaufgang, und seine hellen Augen funkelten vor Abenteuerlust. Behutsam setzte er eine Pfote vor die andere und folgte dem kleinen Weg, der direkt zum Dorfrand führte. Lübow wirkte ruhig und friedlich. Nur wenige Menschen waren bereits wach, und so konnte der Fuchs ungestört die Gärten und Wege betrachten. Er hörte das Zwitschern der Vögel, das Rascheln der Blätter und das ferne Plätschern eines Brunnens. Jeder neue Klang ließ seine Ohren aufmerksam zucken. Während er weiterging, schnupperte er an einem Gartenzaun, blickte neugierig durch eine Hecke und betrachtete die bunten Blumen, die sich sanft im Wind bewegten. Doch obwohl alles spannend aussah, wusste der Fuchs instinktiv, dass er vorsichtig sein musste. Im Dorf erklärten die Erwachsenen ihren Kindern später: „Wenn ihr einen Fuchs seht, bleibt ruhig, haltet Abstand und füttert ihn nicht. Ein Fuchs gehört in die Natur – und dort bleibt er sicher.“
Der kleine Fuchs hingegen schaute noch einmal zurück auf Lübow, so als wolle er sich das friedliche Bild einprägen. Dann wandte er sich leise wieder dem Weg zu, der zurück zu den Feldern führte. Dort fühlte er sich zu Hause – frei, sicher und umgeben von all den Geräuschen, die er gut kannte. Und so blieb Lübow ein Ort, an dem Mensch und Tier in Ruhe und Respekt nebeneinander leben konnten.
Text: Angela Markewiec